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Helle Kindheit | Dunkle Kindheit ¬

Die Kindheit ist ein immer wiederkehrendes Thema in den bildenden Künsten. Dabei ist es ein verhältnismäßig junges Motiv. In den Bildern des Mittelalters sucht man meist vergebens nach ihr. Erst mit der Herausbildung eines wohlhabenden Bürgertums rückte die Erziehung der Sprösslinge zunehmend in den Fokus  einer breiten Bevölkerungsschicht. Galt zuvor noch die Prügelstrafe als probates Mittel, um die jungen Menschen zu guten, sittsamen Erwachsenen zu erziehen, wurde nun die gewaltarme Pädagogik populär. Schriften von Jean-Jacques Rousseau, Johann Heinrich Pestalozzi und den deutschen Romantikern schlugen neue Wege ein. Es verwundert daher nicht, dass das Kind nun auch zu einem eigenständigen Motiv in den Künsten wurde. Im Biedermeier und im Impressionismus wird das Kind idealisiert in der Landschaft oder beim Spielen in Interieurs gezeigt. Es wird zum Motiv des Friedens und der ländlichen Idylle. Heutige Kunstschaffende machen sich diese in unserem Bewusstsein fest verankerten Motive, die in der Werbung und der Populärkultur weiterhin exzessiv genutzt werden, zu Nutze, um sie umzukehren und in neue Kontexte zu setzen. Junge Erwachsene in aggressiven oder brutalen Szenerien wirken verstörend, da sie unsere Sehgewohnheit irritieren oder gar provozieren. Durch diese Strategie können reelle, soziopolitische Probleme thematisiert und die Betrachterinnen und Betrachter zum Nachdenken angeregt werden. Ein Anliegen der Ausstellung ist, die pädagogische Zweischneidigkeit zwischen dem guten Unschuldsengel und dem kleinen Tyrannen zu illustrieren und dabei der Frage auf den Grund zu gehen, ob in jungen Menschen selbst bereits eine destruktive Kraft steckt oder ob sie allein durch ihr Umfeld geprägt werden.

Galerie Kinderbilder