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+ Shaped Canvases ¬
18. Juli- 3. Oktober 2021
+ Shaped Canvases ¬
 

Mitte des 20. Jahrhunderts erfuhr das rechteckige, gerahmte Tafelbild schwere Erschütterungen. Künstlerinnen und Künstler stellten alle vermeintlichen Prinzipien der Malerei in Frage. Farbe wurde getropft und geschossen, Leinwände durchbohrt und zerschnitten, die Malerei wuchs in den Raum und veränderte ihre Form. Bei der Neuausrichtung des Mediums spielten die sogenannten Shaped Canvases (dt.: geformte Leinwände) eine zentrale Position. Gebogene, dreieckige oder polygonale Bildträger ermöglichten neue Perspektiven: Inhalt und Form fielen ineinander und machten den umgebenden Ausstellungsraum zum Teil des Werks. Bis heute hat das Spiel mit ungewöhnlichen Bildformaten nichts an Reiz verloren, weswegen zahlreiche junge Künstlerinnen und Künstler immer neue Formate entwickeln und die „Shaped Canvases“ für das 21. Jahrhundert aktualisieren. Exemplarisch für das breite Spektrum des Themas zeigt das Museum Villa Rot Werke von fünf Kunstschaffenden.

Marco Stanke baut seine Leinwände aus genormten Keilrahmenelementen und bemalt sie mit Farbe. Im Vergleich zu Werken vorangegangener Jahrzehnte betont der Münchner Künstler jedoch das Handgemachte, Unperfekte und versteht seine „Bilddinge“ als Teile, mit denen er Gesamtkompositionen schafft. Dadurch wird die Wand zum eigentlich Bildgrund.

Dominik Halmer erweitert seine multimaterielle Malerei in den Raum und lässt einzelne Werke miteinander in den Dialog treten. Mit seinen Rauminszenierungen fragt er danach, wann man überhaupt von einem Bild spricht und wie dieses mit Bedeutung versehen wird.

Colin Pennos Werke sind Hybride aus raumspezifischen Installationen, Malerei, Skulptur und digitalem Entwurf. Für das Museum Villa Rot entwickelte er eine Arbeit, welche die Fenster der Kunsthalle bespielt und diese dadurch zum Teil des Werks macht.

Der Franzose Jonathan Binet verfolgt eine prozesshafte Herangehensweise an das Thema der Shaped Canvases. Sich wiederholende Formelemente werden variiert und durch impulsive, malerische Gesten erweitert. Auch für Binet ist die Arbeit mit einem gegebenen Ort und die Anpassung von einzelnen Werbestandteilen an einen größeren Kontext essenziell.

Im Hoenes-Saal zeigt Birte Horn eigens für den Raum entwickelte Arbeiten. Ihre Arbeiten betitelt die Künstlerin oft mit „stück“ oder „konstrukt“, worin sich bereits eine künstlerische Herangehensweise zeigt. Horn fragmentiert, kombiniert, zerschneidet und schafft so neue, sich überlagernde Bildräume.

 

Jonathan Binet

(*1984 in St. Priest, Frankreich) studierte Freie Kunst an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris und an der Ecole des Beaux-Arts in Saint-Etienne. Er lebt und arbeitet in Paris. Seine Arbeiten waren unter anderem in Einzelausstellungen im Palais de Tokyo und im Palais de Terre in Paris, im Bonner Kunstverein, in der Kunsthalle Sankt Gallen, bei der Art Basel Statements, in der Galerie Stadtpark, Krems und bei der Galerie Berthold Pott in Köln zu sehen. Zudem war er u.a. in folgenden Gruppenausstellungen zu sehen: Galerie Sans Titre, Paris, Galerie Union Pacific, London, Galleria Zero, Mailand, Galleria Mazzoli, Modena und in der Galerie Carlier /Gebauer Berlin. In 2021 wird er in einer Einzelausstellung in der Noire Chapel in Turin und im Spazio ORR, Brescia zu sehen sein.

Dominik Halmer

(*1978 in München) lebt und arbeitet in Berlin. Nach einem Philosophie- und Kunstgeschichtsstudium an der Humboldt-Universität Berlin studierte er von bis 2006 an der Kunstakademie Düsseldorf und war dort Meisterschüler bei Prof. Albert Oehlen. Hieran absolvierte er ein Aufbaustudienjahr bei Prof. Heimo Zobernig an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Halmer konnte seine Arbeiten in zahlreichen Einzelausstellungen präsentieren, darunter im Oldenburger Kunstverein, im Museum Wiesbaden, im Neuen Aachener Kunstverein, im Künstlerhaus Göttingen,Hamburger Kunsthalle. Außerdem beteiligte er sich Gruppenausstellungen in Deutschland und den USA, darunter im Museum Marta Herford, im Naussauischen Kunstverein Wiesbaden oder im Haus am Kleistpark, Berlin.

 

Birte Horn

(*1972 in Düsseldorf) studierte Germanistik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Von 1993 bis 1998 folgte ein Studium an der Folkwang Universität der Künste Essen in der Klasse von Prof. László Lakner. Arbeitsaufenthalte führten sie u.a. nach Baia Mare, Rumänien, und nach Venedig. Birte Hirn hatte Lehraufträge an der Schule für Kunst und Theater in Neuss, an der Kunstschule für Jugendliche in Ulm, am Aicher-Scholl-Studienkolleg an der HfG Ulm sowie an der Bayrischen Akademie für Jugendliche im Kloster Roggenburg inne. Galerien und Kunstvereine v.a. im süddeutschen Raum, aber auch in Venedig oder Linz zeigten ihre Arbeiten in Soloshows und Gruppenausstellungen und bei Kunstmessen. In Ulm zeigte sie bereits Arbeiten bei Gruppenausstellungen im Museum Ulm und in der Kunsthalle Weishaupt zeigen. Horn lebt und arbeitet in Blaubeuren.

 

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Colin Penno

(*1980 in Mühlheim an der Ruhr) studierte zunächst Fotografie und Illustration an der Folkwang-Universität der Künste in Essen. Von 2010 bis 2015 studierte er Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf in Klasse Martin Gostner, dessen Meisterschüler er war.
Seine Arbeiten waren in Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Russland, den USA, Belgien, den Niederlanden und Dänemark zu sehen. Zu den Ausstellungsstationen gehören unter anderem der Kunstverein Heppenheim, das Museum „Dortmunder U“, das Kunsthaus Essen, der Kunstverein Mönchengladbach, das KH7 in Aarhus, Dänemark, die Osnova Gallery in Moskau, „The Cabin“ in Los Angeles und die Galerie Berthold Pott, Köln, die den Künstler seit 2012 vertritt.

Marco Stanke

(*1987 in Bad Aibling, Rosenheim) studierte Freie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei Prof. Thomas Hartmann und Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Pia Fries. Marco Stankes Arbeiten wurden in Gruppenausstellungen in der Galerie Renate Bender, der Goldberg Galerie sowie im Haus der Kunst in München, der Galerie Lisa Kandlhofer, Wien, und im Onassis Kulturzentrum, Athen gezeigt. Einzelausstellungen hatte er u.a. in den Kunstvereinen Kohlenhof und Zirndorf, in der Goldberg Galerie München und der Akademie Galerie Nürnberg. Der Künstler lebt und arbeitet in München.

 

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