Möchten Sie den Rundgang wirklich beenden?
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#stayathome ¬

31. März - 1. Juli 2020
In Folge der rasanten Ausbreitung des Coronavirus entwickelten sich in den sozialen Netzwerken die Hashtags #stayathome und #stayhome (dt.: zu Hause bleiben) zu einem weltweiten Appell. Userinnen und User nutzen diese und ähnliche Formulierungen, um ihre Mitmenschen dazu aufzufordern, die eigene Wohnung möglichst nicht zu verlassen. Dadurch soll ein ungebremstes Voranschreiten der Infektion verhindert oder zumindest verzögert werden. Zur Bekämpfung der Epidemie, aber auch schlicht der Tatsache geschuldet, dass nahezu sämtliche Freizeit-, Kultur- und Sportstätten geschlossen sind, kommt ein großer Teil der Bevölkerung dem Aufruf von #stayathome nach. 

Für viele ist das tage- vielleicht auch wochenlange Zuhausebleiben eine ungewohnte Situation. Scheinbar plötzlich sind sie damit konfrontiert, die Freizeitmöglichkeiten innerhalb der eigenen vier Wände auszuloten. Die heutigen digitalen Möglichkeiten übernehmen hierbei eine wichtige Funktion, zum einen, um den Kontakt zur Außenwelt aufrechtzuerhalten, aber auch zur inneren Zerstreuung. 

Diese Situierung des Menschen zwischen virtuellem und physischem Innenraum ist Ausgangspunkt für die Videoausstellung #stayathome auf der Homepage des Museums Villa Rot. In den zusammengetragenen Videos der elf Künstlerinnen und Künstler wird sowohl der Einfluss des Digitalen auf unsere Wahrnehmung der Welt als auch der künstlerische Blick auf die Dimensionen des Inneren gerichtet. Dabei werden die Betrachterinnen und Betrachter sowohl kurze Clips sehen, die auf spezifische, vielleicht auf den ersten Blick alltägliche Erscheinungen verweisen, als auch längere, spielfilmhafte Werke. Experimentelle und aufwendig inszenierte Videos treffen aufeinander und bieten den virtuellen Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung einen abwechlungsreichen Rundgang durch verschiedene künstlerische Bildsprachen.

Das Museum Villa Rot will mit dem Projekt zeigen, dass Kunst nicht unbedingt an einen physischen Ort gebunden ist, und gleichzeitig seinem Publikum die Möglichkeit geben, für einige Zeit spannende Kunstwerke zu erleben, und zwar ohne dabei das Haus verlassen zu müssen. #stayathome

 

Mit Werken folgender Künstler*innen
Ayla Pierrot Arendt / Kathrin Ganser / Gala Goebel / Valentin Hennig / Laura Leppert / Danila Lipatov / Julia Miorin / Lorenz Schreiner / Myriam Thyes / Jonas Weber Herrera / Karen Zimmermann

Pressestimmen

Über die Künstlerinnen und Künstler
Ayla Pierrot Arendt

Die interdisziplinär arbeitende Künstlerin Ayla Pierrot Arendt (* 1987 in München) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Ihr Studium der bildenden Kunst absolvierte sie an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Nach ihrem Diplom studierte sie zwischen 2012 und 2015 im Master Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen bei Prof. Bojana Kunst. Die Kenntnisse und Erfahrungen ihrer unterschiedlichen Studien kombiniert Pierrot Arendt zu vielschichtigen, genreübergreifenden Werken, bei denen nicht das finale Werk, sondern der Kontakt und Austausch zwischen den Performer*innen und dem Publikum im Fokus steht. Ayla Pierrot Arendt ist zweifache Finalistin beim PONTO Performance Preis, des Lichter Art Award und des Kunstpreises von Augarten Contemporary sowie Stipendiatin der Deutschen Studienstiftung und konnte ihre raumgreifende Installationen, Videoarbeiten und sogenannten Videochoreografien regelmäßig bei Ausstellungen, Performancefestivals, im Theater sowie in der Galerie präsentieren.

 

Foto: Santiago Salazar

Kathrin Ganser

Kathrin Ganser (* 1977 in Marktoberdorf) studierte an der Universität der Künste Berlin und bis 2005 an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Seit 2006 lebt und arbeitet sie in Berlin. 2008 ging sie an die Bauhaus-Universität Weimar wo sie 2014 promovierte. In ihrer künstlerisch-wissenschaftlichen Promotion schrieb sie über die Mediengeschichte des Raumbildes und des digitalen Rechenbildes im Kontext von Fotografie und Kartografie. Ganser ist unter anderem Preisträgerin des Kunstpreises der Stadt Kempten und der Bauhaus Essentials, Weimar. Ihre Arbeiten konnte sie in zahlreichen Ausstellungen zeigen unter anderem im KW Institute for Contemporary Art, im Autocenter Berlin, im Einstein Forum Potsdam, im Odeon Theater Wien, im Bauhaus Musterhaus am Horn Weimar, im Kunstverein Neckar Odenwald, in der Kunsthalle Kempten, im Kunsthaus Kaufbeuren, zuletzt in der Neuen Galerie im Höhmannhaus – Kunstsammlungen und Museen Augsburg. Gansers Arbeiten zeichnen sich durch einen medienübergreifenden Ansatz aus, der sich mit den Erscheinungen der mediatisierten Welt beschäftigen.

Gala Goebel

Gala Goebel (*1991 in Stuttgart) lebt und arbeitet in Leipzig. Bis 2016 studierte sie an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bei Prof. Thomas Rug und Professorin Stella Geppert. Goebel ist Preisträgerin des Ausstellungspreises „Connect Leipzig“ des dortigen Museums der bildenden Künste, erhielt ein Atelierstipendium in Istanbul und ein Graduiertenstipendium der Kunsthochschule Burg Giebichenstein. Sie ist Mitbegründerin des seit 2018 bestehenden Künstlerinnen-Kollektivs Zusammenschluss für Raumfragen und konnte Arbeiten in mehreren Ausstellungen, u.a. in Stuttgart, Leipzig, Halle, Magdeburg, Essen und Sankt Petersburg zeigen.

Foto: Peter Brunnert

Valentin Hennig

Valentin Hennig (*1986 in Herrenberg) studierte von 2007 bis 2013 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei den Professorinnen Silvia Bächli und Corinne Wasmuht. 2010 war er Gaststudent an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Im Anschluss an sein Diplom absolvierte er das Aufbaustudium „Intermediales Gestalten“ an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Seine filmischen Arbeiten wurden in internationalen Ausstellungen und Filmfestivals gezeigt, darunter im Max Ernst Museum Brühl, dem Maison Européenne de la Photographie Paris, der Galerie Burster Berlin und auf dem 20.Trickfilmfestival Stuttgart.

Laura Leppert

Laura Leppert (*1993 in Henstedt-Ulzburg) lebt und arbeitet in München und Berlin. Von 2011 – 2016 studierte sie freie Zeichnung und Bildhauerei an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. 2014 verbrachte sie ein Auslandssemester an der Kunstuniversität Linz bei Prof. Eva Grubinger. 2016 begann sie ein Studium der Bildhauerei bei Prof. Olaf Nicolai an der Akademie der Bildenden Künste in München, welches sie als Meisterschülerin mit einem Diplom abschloss. Ihr Diplomfilm „Forecast“ wurde mit dem Preis des Akademievereins ausgezeichnet.

Danila Lipatov

Danila Lipatov (*1989, Moskau, UdSSR) studiert Experimentalfilm und Performance an der Kunsthochschule für Medien Köln und entwickelt aus historischem und autobiographischem Material Narrationen zwischen Realität und Fiktion. Seine Arbeiten wurden unter anderem bei Artdocfest, Stranger than Fiction, Visions du Réel und ZEBRA Poetry Film Festival gezeigt. 2017 erhielt er den DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender und 2018 den Förderpreis des Vereins der Freunde der KHM. Seit 2017 ist er Teil des Performance-Kollektivs „You Are Group“, mit dem er eine Förderung der Kunststiftung NRW und eine Einladung zur Residenz vom Burg Hülshoff – Center for Literature erhielt. Mit ihrem Stück „YOU ARE“ wurden sie zum Schaustellen!-Festival, zur Videonale und zur Ruhrtriennale eingeladen.

Julia Miorin

Julia Miorin (*1989 in Memmingen) lebt und arbeitet in Leipzig und Halle. Miorin schloss 2017 ihr Studium der Bildenden Kunst in der Fachrichtung Kunstpädagogik an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle ab. Von 2017-19 absolvierte sie ihr Meisterschülerstudium mit dem Fokus auf Bildhauerei und Installation. Sie war Stipendiatin der Graduiertenförderung des Landes Sachsen-Anhalt, hatte ein Aufenthaltsstipendium in Istanbul/Kadiköy, erhielt das Ausstellungsstipendium der Sparkasse Allgäu und den Förderpreis der Dr. Rudolf-Zorn-Stiftung. Sie ist Mitbegründerin des seit 2018 bestehenden Künstlerinnen-Kollektivs „Zusammenschluss für Raumfragen“. Aktuell ist sie als kuratorische Assistenz an der Burg Galerie der Kunsthochschule in Halle tätig. Ihre Werke zeigt sie in unterschiedlichen Ausstellungsformaten im In- und Ausland.

Lorenz Schreiner

Lorenz Schreiner (*1986) studierte von 2007 – 2013 Medienkunst bei den Professoren Christin Lahr und Günther Selichar an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Auslandssemester führten ihn an die University in Tripolis, Libanon und an das National College of Arts and Design in Dublin, Irland. 2014 begann er ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste München; 2016 und 2019 legte er das erste und zweite Staatsexamen in Kunstpädagogik ab. Seine Werke zeigte er u.a., im Marstall Starnberg, der Leipziger Baumwollspinnerei, Safadi foundation in Tripolis (Libanon), im Block T in Dublin, im Alten Botanischen Garten sowie im Kreativquartier München.

Myriam Thyes

Myriam Thyes (*1963 in Luxemburg) wuchs in Zürich, Schweiz auf und lebt heute dort und in Düsseldorf. Von 1986 – 1992 studierte sie Malerei und Videokunst an der Kunstakademie Düsseldorf. Sie schloss ihr Studium als Meisterschülerin ab und ist seither als freischaffende Künstlerin tätig. Die mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnete Künstlerin konnte ihr Werk weltweit in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentieren. 2017 zeigte sie in der Ausstellung „Das geheime Leben der Dinge“ im Museum Villa Rot Filme aus der Serie „Analytische Tagträume“.

Jonas Weber Herrera

Jonas Weber Herrera (* 1978 in Landau, Pfalz) studierte Medienkunst an der Bauhaus-Universität Weimar. Seit 2006 lebt und arbeitet er als Künstler, Autor und Dozent in Berlin. In seinen Arbeiten befasst er sich mit der Konstruktion und Zurichtung von Körpern durch Macht- und Medientechniken. In seiner Promotion schrieb er eine Genealogie und Mediengeschichte der Subjektivierungsprozesse des Phänomens BIID/Transability. Seine Arbeiten wurden auf internationalen Filmfestivals, der KunstFilmBiennale und in diversen Gruppenausstellungen ausgestellt, darunter im KW Institute for Contemporary Art, Akademie der Künste, Autocenter in Berlin, Flux Factory und Peninsula, New York, Centre George Pompidou, Paris und Museo Reina Sofia, Madrid. Er veröffentlichte Texte u.a. in Kultur & Gespenster, der Freitag, waahr.de und dem Band „z.B. – Praxisbasierte Forschung in Kunst und Design“, dessen Mitherausgeber er ist.

Karen Zimmermann

Karen Zimmermann (*1986 in Iserlohn) studierte Mediale Künste an der Kunsthochschule für Medien Köln mit den Schwerpunkten Video-Kunst und Performance. Im Januar 2020 schloss sie das Studium mit Auszeichnung ab. Seit März 2020 arbeitet sie in einer fünfmonatigen Residenz des Burg Hülshoff – Center for Literature, in Münster. Seit 2017 ist sie Teil des Performance-Kollektivs „You Are Group“, mit dem sie eine Förderung der Kunststiftung NRW erhielt und mit dem Stück „YOU ARE“ unter anderem zum Schaustellen!-Festival, Burg Hülshoff – Center for Literature, zur Videonale, Bonn und zur Ruhrtriennale, Bochum eingeladen wurde.

Foto: Nikolai Meierjohann