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Formen der Natur ¬
4. März - 3. Juni 2018
Formen der Natur ¬
Natur bezeichnet wildes, menschenunabhängiges Wachstum, scheinbar zufällige und nicht planbare Strukturen. Seit jeher faszinieren die mannigfaltigen Erscheinungsformen organischer Prozesse den Menschen. Auch für Künstlerinnen und Künstler war die Natur stets eine wichtige Inspirationsquelle. Von den Maserungen kleiner Kieselsteine über zart verzweigte Pflanzenstängel bis hin zu schweren Baumrinden, der Reichtum an Formen und Farben scheint unendlich und bietet Kunstschaffenden einen facettenreichen Material- und Ideenkosmos. Die Ausstellung im Museum Villa Rot vereint rund 50 Arbeiten von zehn Kunstschaffenden, die ihre Ideen und Konzepte aus dem reichen Fundus der Natur schöpfen. Einige der ausgestellten Arbeiten schärfen den Blick für die Schönheit scheinbar wertloser Materialien, andere erzählen von den komplexen Strukturen und Prozessen, die sich dem Blick des Menschen mitunter entziehen. Unter den ausgestellten Arbeiten finden sich auch solche, bei denen organische Substanzen genutzt wurden, um Aussagen zu gesellschaftlichen oder kunsthistorischen Fragestellungen zu treffen. Gemeinsam demonstrieren die Werke der Ausstellung die unterschiedlichen Möglichkeiten zeitgenössischer Naturinterpretation.

 

Mit Werken folgender Künstlerinnen und Künstler:

Mirko Baselgia / Björn Drenkwitz / Werner Henkel / Marc Héron / Bethan Huws / Christiane Löhr / Alastair Mackie / David Nash / Regine Ramseier / Julia Schmölzer / Charlotte Vögele

David Nash

David Nash wurde 1945 in Esher, Großbritannien, geboren. Er studierte Bildhauerei am Kingston College of Art und am Brighton College of Art. 1967 ließ er sich in Norden Wales nieder, wo er bis heute lebt und arbeitet. Nash ist Mitglied der  Royal Academy of Arts. 2004 wurde er mit dem Order of British Empire ausgezeichnet.

In seinem Werk befasst er sich mit den Möglichkeiten von Holz auseinander. Im Museum Villa Rot zeigt er die Arbeit „Three Slicing Birches“ und „Cork Dome“, die jeweils die Materialeigenschaften des jeweiligen Holzes in den Fokus rücken.

Björn Drenkwitz

Björn Drenkwitz wurde 1978 in Frankfurt am Main geboren, wo er auch lebt und arbeitet. Er studierte Medienkunst und Fotografie u.a. an der Kunsthochschule in Mainz, wo er Meisterschüler bei Prof. Dieter Kiessling war. Sein Werk kreist um politische und gesellschaftliche Fragestellungen. Ein Beispiel hierfür ist die im Museum Villa Rot gezeigte Arbeit „Nationalblumen“, für die alle Nationalpflanzen der Länder mit europäischem Territorium in einen Topf wurden. Der Wachstum der Pflanzen, ihr Werden, Vergehen und ihre Auswirkungen auf einander sind ein pointiertes Bild geopolitischer Zusammenhänge in Europa.

 

Bethan Huws

Bethan Huws wurde 1961 in Bangor, Wales, geboren. Aktuell wohnt und arbeitet sie in Berlin. Die Künstlerin studierte am Royal College of Art in London. In ihrem komplexen Werk befasst sie sich mit linguistischen Systemen und der Kunstgeschichte. Häufige Themen ihrer Werke ist Auseinandersetzung mit Marcel Duchamp und dem Ready Made. Dies zeigt sich auch in den beiden Arbeiten „Le porte-bouteille“ und „Table of Feathers“ im Museum Villa Rot. Hier wird die Hinterfragung von Autorschaft durch die Nutzung naturgeformter Objekte verschärft und pointiert ins Bild gesetzt. 

Alastair Mackie

Alastair Mackie wurde 1977 in Cornwall, Großbritannien, geboren, wo er auch die Werkstoffe für seine Arbeiten „Complex System 123 & 124“ fand. Diese bestehen aus Sepiaschulpen, die vom Künstler mit einer Schleifmaschine abgeschliffen und in eine geometrische Form gebracht wurden, bevor er sie zu einem reizvollen Mosaik zusammensetzte. Hier treffen Kultur und Natur auf beeindruckende Weise aufeinander. 

 

Julia Schmoelzer

Julia Schmölzer wurde 1987 in Ravensburg geboren. Sie lebt und arbeitet in Karlsruhe und in ihrer Heimat Wolfegg. Ihr Studium der Malerei und Grafik absolvierte sie bei den Professorinnen Corinne Wasmuht und Silvia Bächli an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Schmölzer ist eine genaue Beobachterin der Natur und nutzt ihre Eindrücke, um Skulpturen und Gemälde zu schaffen, die nicht die reale Natur nachbilden, sondern künstlerisch umwerten. Im Museum Villa Rot zeigt sie glasierte Keramiken, die an Pflanzen in Feuchtgebieten erinnern.

Regine Ramseier

Regine Ramseier wurde 1956 in Langnau im Emmental, Schweiz, geboren. Nach einer Lehre zur Möbelschreinerin besuchte sie die Schule für Gestaltung in Bern. Die Künstlerin ist faszniert von der Poetik organischer Materialien und nutzt diese zu beeindruckenden Kunstwerken. Im Museum Villa Rot zeigt sie 70 Insekten, die sie in mit viel Fingerspitzengefühl aus Samenkappseln, Blättern und Rispen gestaltete. Jedes ist unterschiedlich und hat einen eignen Charakter.

Christiane Löhr

Christiane Löhr wurde 1965 in Wiesbaden geboren. Sie lebt und arbeitet in Köln und im italienischen Prato. In den 1990er Jahren studierte sie an der Kunstakademie in Düsseldorf, wo sie Meisterschülerin bei Jannis Kounellis war. Sie untersucht natürliche Materialien auf ihre Eigenschaften, um diese für minimalistische Skulpturen einzusetzen. Distelsamen, Kletten oder Efeusamen sind nur einige ihrer Werkstoffe, für die sie keinen Hammer, Meißel oder anderes „klassisches“ Bildhauerwerkzeug braucht, da die Natur selbst schon starke Kleb- und Haftkräfte benutzt. Insgesamt sind sechs ihrer Werke im Museum Villa Rot zu sehen. 

Mirko Baselgia

Mirko Baselgia wurde 1982 in Lantsch in der Schweiz geboren. Er lebt und arbeitet in Grisons, Schweiz. Ausgebildet wurde er unter anderem an der Universität der Künste in Zürich. In seiner Kunst macht er innere, mitunter im Verborgenen stattfindende Prozesse der Natur sichtbar. Die Werke im Museum Villa Rot sind jedoch nicht aus Naturmaterial geschaffen. Vielmehr werden sie in dauerhafte künstlerische Medien, etwa Bronze und Fotografie, übersetzt. Unter den vier Bronzearbeiten im Museum Villa Rot findet sich das Werk „Endoderm“, das ein Bronzeabguss eines Murmeltierbaus darstellt. In „Migada da structura“ (etwa: Formwandel) lässt er Bienen ihre Waben auf einer vom Künstler gestaltete Wachsblatte bauen.

Marc Heron

Marc Héron wurde 1984 geboren. Er lebt und arbeitet in Zürich, Schweiz. Er studierte an der FHNW Basel und an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Reinhard Storz, Prof. Daniel Roth, Prof. Dr. Caroline Meister und Prof. Dr. Laurence Rickels. Für seinen Beitrag zur Ausstellung baute der Künstler CETA RAM, eine Maschine, die durch Kompression lehmhaltige Erde in feste Quader presst. Einige dieser Quader sind im Museum Villa Rot zu sehen. Sie verweisen auf den unbekannten Außenraum und greifen damit ein seit den 1960er Jahren diskutiertes Thema der Land Art, der scheinbaren Unvereinbarkeit von Innen- und Außenraum, auf.

Werner Henkel

Werner Henkel wurde 1956 in Hamburg geboren. Er lebt und arbeitet in Bremen. In seinen Werken befasst er sich unter anderem mit den „Sprachen der Natur“. Dies wird vor allem in der Arbeit „Erdgedächtnis / Archiv der Zeit“, für die der Künstler Kieselsteine sammelte und deren weiße Sedimentlinien er mit Grafitstift nachzeichnete. So entsteht eine Installation, die an alphabetische Tafeln erinnert. Daneben präsentiert er in der Villa Rot Werke, die aus getrockneten Orangen- und Bananenschalen gestaltet wurden.

 

Charlotte Vögele

Charlotte Vögele wurde 1951 in Ummendorf geboren. Sie studierte und lehrte an der Fachschule für Blumenkunst-Weihenstephan. Sie interessiert sich dafür, Naturmaterial aus dem Kreislauf der Natur herauszulösen, um daraus (dauerhafte) Werke zu schaffen, welche an Gebrauchsgegenstände oder Kleidungsstücke erinnern. Im Museum Villa Rot zeigt sie ein Kleid mit passenden Schuhen aus Birkenrinde und eines aus Maiskolbenhülsenblättern. Dadurch wird der Reiz des Materials nachvollziehbar, gleichzeitig wird die Tragbarkeit ihrer Kreationen in Frage gestellt.

Mit freundlicher Unterstützung

Preise

Erwachsene 6,00 €
StudentInnen, SeniorInnen, Schwäbische Zeitung AboKarte, Gruppen ab 10
Personen 4,00 € p.P.
SchülerInnen 1,50 €
Familien 10,00 €

Öffnungszeiten während den Ausstellungen

Mi-Sa 14 – 17 Uhr I So u. Ft  11 – 17 Uhr
Café: Sa, So u Ft ab 14 Uhr
Geschlossen: Karfreitag, Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester
Für Gruppen und Schulklassen sind Führungen auch gerne außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung möglich.

Anfahrt

Museum Villa Rot
Schlossweg 2
D – 88483 Burgrieden – Rot
T : +49 (0) 73 92 / 83 35
F : +49 (0) 73 92 / 1 71 90
info@villa-rot.de