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+ Pirating Presence
3. März - 10.Juni 2019
+ Pirating Presence
Während in der Villa die klassische Kunstgeschichte zitiert wird, widmen sich die Künstlerinnen und Künstler der Gruppe Pirating Presence in der Kunsthalle der künstlerischen Aneignung digitaler, massenmedialer und aktueller popkultureller Inhalte.

In Zeiten des digitalen Wandels und des rasanten Nach- und Nebeneinanders von Bildern stehen Künstlerinnen und Künstler vor der Frage, wie sie auf den uns umgebenden physischen wie digitalen Bildfundus reagieren, wie sie ihn sich aneignen und für die eigene künstlerische Praxis nutzen können.

In Anlehnung an den Medienphilosophen Vilém Flusser ließe sich sagen, dass die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung im Zeitalter nachmoderner Bilder, die keine Produkte des Handwerks, sondern der Technik sind, wieder haptische Kunstwerke produzieren, die auf ihre je eigene Weise den Medienbegriff reflektieren. Die Herangehensweisen reichen hierbei von Verfahren des Kopierens und Reproduzierens bis hin zum Remix und Sample.

Die Ausstellung zeigt Collagen, digitale Codierungen, Tapisserien, Assemblagen, Digitaldrucke, fotografische Arbeiten und Diaprojektionen.

Mit Werken von:

Margret Eicher / Adi Hösle / Isabel Kerkermeier / Stefan Römer / Heidi Sill / Susanne Wehr / Toni Wirthmüller

Margret Eicher

Margret Eicher (* 1955 in Viersen am Niederrhein) lebt und arbeitet in Berlin. Margret Eicher studierte von 1973 bis 1979 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Fritz Schwegler und Rolf Sackenheim. Bei letzterem war sie Meisterschülerin. Seit 1980 sind ihre Arbeiten bei zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, darunter in namhaften Institutionen, wie dem Hessischen Landesmuseum, dem ZKM Karlsruhe, im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen, dem Sprengel Museum Hannover und der Staatsgalerie Stuttgart. Ihre konzeptuell ausgerichtete Arbeit widmet sich Fragen der Bildaneignung und -montage. In der Kunsthalle zeigt sie mehrere großformatige Tapisserien.

Adi Hoesle

Adi Hoesle (*1959) lebt und arbeitet in Babenhausen. Nach einer Ausbildung zum Fachpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin, studierte er Malerei in München und Nürtingen. In seinem Werk vereint er wissenschaftliche Verfahren und Techniken mit künstlerischen Motiven. Kooperationen mit Wissenschaftsinstituten sind ein zentraler Bestandteil seines Werks, dass er bereits in wichtigen Institutionen, etwa dem Hamburger Bahnhof Berlin, der Kunsthalle Hamburg, dem Sprengel Museum Hannover oder dem ZKM Karlsruhe, ausstellen konnte. Im Museum Villa Rot zeigt er Ergebnisse eines für ihn entwickelten Computerprogramms

Isabel Kerkermeier

Isabel Kerkermeier (*1963 in Heidelberg) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte an der Kunstakademie Stuttgart bei Herbert Baumann und Guiseppe Spagnulo. Sie war u.a. Stipendiatin der Stiftung Kunstfonds, Bonn, der Cité Internationale des Arts, Paris und der Kunststiftung Baden-Württemberg. Sie zeigte ihr Werk in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland. Für die Kunsthalle entwickelte sie eine Skulptur aus alten Werbeplanen.

Stefan Römer

Stefan Römer (*1960 in Katzenelnbogen) studierte von 1986 bis 1991 Kunstgeschichte, Ethnologie und Vergleichende Religionswissenschaften in Bonn, Köln und Berlin. Als Autor schrieb Stefan Römer für wichtige Kunstzeitschriften. Wissenschaftliche Schwerpunkte sind der künstlerische Umgang mit Original und Fälschung, worüber er 1998 an der Humboldt-Universität zu Berlin promovierte. Bis 2002 arbeitete er an der Kunsthochschule für Medien Köln. Von 2003 bis 2009 war er u.a. Professor für Neue Medien an der Akademie der Bildenden Künste München.

Heidi Sill

Heidi Sill (* 1963 in Fürth) studierte an der Akademie der Künste in Nürnberg und am Institut des Hautes Études en Arts Plastiques in Paris. Sie war sie als Dozentin an internationalen Kunsthochschulen tätig, z.B. der Ecole Supérieure d’Art et Design Grenoble-Valence, und gewann zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Im Museum Villa Rot präsentiert die Künstlerin eine Auswahl an Collagen.

Susanne Wehr

Susanne Wehr (*1960 in Bad Hersfeld) lebt und arbeitet in Berlin. In ihren Werken setzt sich die Künstlerin mit dem täglichen Umgang mit Fotografie und den im Netz verfügbaren Bildmengen um.
Im Museum Villa Rot zeigt sie zum einen eine Dia-Projektion, bei der berühmte Kunstwerke Bilder aus der Googlesuche gegenübergestellt werden sowie Fotografien, auf denen sie mehrere, online gefundene Waffen zu neuen Bildern zusammenfügte.

Toni Wirthmüller

Toni Wirthmüller (*1960 in München) lebt und arbeitet seit 1982 in Berlin, wo er an der Universität der Künste (ehemals HdK) studierte. Ab Mitte der 1990er Jahre war er an der UdK Berlin und der Facultad de Bellas Artes in Barcelona als Dozent tätig. Seit 1999 arbeitet er regelmäßig als Lehrbeauftragter an der Bauhaus Universität Weimar und seit 2015 an der Akademie für Malerei Berlin.

Der Künstler war Preisträger beim Deutschen Kunstpreis, er erhielt das Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds.

Wirthmüllers Arbeiten wurden an zahlreichen Orten im In- und Ausland ausgestellt. In der Kunsthalle des Museums Villa Rot zeigt er überarbeitete Kleidungsstücke.

Mit freundlicher Unterstützung