Mit Feuer und Flamme - Keramik in der Gegenwartskunst
2. Oktober 2011 - 5. Februar 2012
Seit dem Beginn der Moderne haben sich die Hierarchien und Grenzen der Kunstgattungen aufgelöst. Heute werden alle Bereiche der menschlichen Kreativität zu Spielfeldern der Kunst. Seit 2008 widmet sich das Museum Villa Rot in einer Ausstellungsreihe der zeitgenössischen Rezeption historischer Volkskünste und der Erneuerung traditioneller Techniken an der Schnittstelle zwischen angewandter und freier Kunst. Im Rahmen dieser Reihe befasst sich die Ausstellung Mit Feuer und Flamme mit dem neu erwachten Interesse an der Arbeit in Ton und der Herstellung von Keramik, die zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit zählt.
Keramik ist für die bildende Kunst uralter Werkstoff und vertrautes Terrain. Auf ihrem Weg in die Gegenwart wurde sie zum randständigen, ausgegrenzten Medium, um zugleich wiederholt von Künstlerinnen und Künstlern – auf der Suche nach künstlerischer Erneuerung - als strategisches Material zur Überwindung inhaltlicher und formaler Grenzen eingesetzt zu werden.Seit der Moderne scheint das Ausgangsmaterial Lehm als archaischer Kulturspeicher zu funktionieren und kulturelle Vereinnahmungen zu potenzieren.
Die Ausstellung geht weit über das traditionelle Verständnis von Keramik hinaus: Sie zeigt zeitgenössische Positionen, die als plastische Wandarbeiten, frei stehende Skulpturen und ausgedehnte Rauminstallationen in Erscheinung treten. Und sie thematisiert das kulturübergreifende Interesse am Werkstoff Ton.
Die Künstler
Richard Deacon (England)
Anke Eilergerhard (Deutschland)
Louise Hindsgavl (Dänemark)
Leiko Ikemura (Japan)
Uwe Karlsen (Deutschland)
Markus Karstieß (Deutschland)
Otto Piene (Deutschland)
Edith Plattner (Italien)
Norbert Prangenberg (Deutschland)
Thomas Schütte (Deutschland)
Ai Weiwei (China)
Anne Wenzel (Niederlande)
Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiges Katalogbuch (dt/engl).
