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Märchen aus 1001 Nacht ¬

Märchen aus 1001 Nacht ¬

30/10/05 – 29/01/06

Märchen aus 1001 Nacht — 2005

Der Orient ist mehr als ein geografisches Gebiet, er ist ein Ort der Sehnsucht. Das europäische Orientbild entstand gleichsam mit dem Erscheinen der »Märchen aus 1001 Nacht« im Jahre 1704 in Paris. In der Übersetzung des französischen Orientalisten Antoine Galland (1646-1715) las bald ganz Europa die Erzählungen von »1001 Nacht«. Sie prägten, immer wieder verlegt und millionenhaft verbreitet, das Bild eines märchenhaften Orients in aller Welt – bis heute. Die Ausstellung will in Kooperation mit dem Brüder Grimm- Museum Kassel dieser ungeheuren Wirkungsgeschichte nachgehen.

Wie kam es zu diesem Siegeszug der »Märchen aus 1001 Nacht« zu Beginn des 18. Jahrhunderts? Noch 1683 standen die türkischen Heere vor Wien und drohten ins Herz Europas vorzustoßen. Doch Prinz Eugen konnte sie zurückschlagen. Europa atmete auf, jetzt konnte es dem Orient auch lieblichere Seiten abgewinnen. Die Orient- Mode, der Orientalismus des 18. und 19. Jahrhunderts war geboren.

Daneben gibt es aber noch ein älteres Orientbild. Nach dem 10. Jahrhundert bezog Europa über das maurische Spanien arabische Waren und arabisches Wissen. Zahlreiche Wörter legen von diesem frühen Kulturtransfer Zeugnis ab: Algebra und Alkohol, Kaffee und Tulpe.Wie anders lesen sich heute, nach dem 11. September, und, wenn man so will, 1001 Jahre später, die Zeichen an der Wand. Diese Ausstellung befasst sich nur mit orientalischen Märchen, doch sie konfrontiert uns auch mit unserem Bild vom Orient und vom Islam: ein Orientbild zwischen märchenhafter Verzauberung und wiederkehrender Bedrohung.

Seit Eröffnung 1992 ist das Museum Villa Rot in der Trägerschaft der Hoenes-Stiftung dem Leitmotiv »Begegnung der Kulturen« verpflichtet. In diesem Sinne waren die letzten Ausstellungen viel beachtete Höhepunkte, setzten sich doch zwei führende zeitgenössische Künstler mit einer für sie wichtigen, »fremden« Kunst und Kultur auseinander: Wolfgang Laib mit Asien (2004), und Georg Baselitz führte einen »Dialog mit der Kunst Afrikas« (2005). Mit dieser Ausstellung versucht das Museum, dem eine regionale Kulturaufgabe zugewachsen ist, eine »Annäherung an die Welt des Orients«. Es betritt Neuland, schreibt sein Leitmotiv jedoch fort.

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Preise

Erwachsene 6,00 €
StudentInnen, SeniorInnen, Schwäbische Zeitung AboKarte, Gruppen ab 10
Personen 4,00 € p.P.
SchülerInnen 1,50 €
Familien 10,00 €

Öffnungszeiten

Sa 14 – 17 Uhr I So u. Ft  11 – 17 Uhr
Café: Sa, So u Ft ab 14 Uhr
Geschlossen: Karfreitag, Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester
Für Gruppen und Schulklassen sind Führungen auch gerne außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung möglich.

Anfahrt

Museum Villa Rot
Schlossweg 2D – 88483 Burgrieden – Rot
T : +49 (0) 73 92 / 83 35
F : +49 (0) 73 92 / 1 71 90
info@villa-rot.de