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Buden ¬
Jugendkultur in Oberschwaben

Buden ¬

11/07/10  – 03/10/10

Buden ¬ Jugendkultur in Oberschwaben

: Mit dieser Ausstellung befasst sich das Museum Villa Rot erstmals mit einem außergewöhnlichen Phänomen der regionalen Jugendkultur in Oberschwaben, das mittlerweile zu einem unverzichtbaren Teil des ländlichen Lebens geworden ist. Für junge Leute gestaltet sich das Leben auf dem Land oft eintönig. Weil die Dorfwirtschaft und der Sportverein keine geeigneten Alternativen boten, erfüllten sich einige engagierte Jugendliche vor rund 20 Jahren den Traum eigener Räumlichkeiten: In stillgelegten Scheunen, ausrangierten Bauwagen oder ausgedienten Kartoffelkellern richteten sie sich ihre Unterkünfte ein und nannten das Geschaffene „Bude“. In ihren Buden konnten sie ungestört sein und ihre Freizeit nach eigenen Vorstellungen gestalten. Heute gibt es in fast jedem Ort, jedem Dorf im Landkreis Biberach eine solche Bude, oft sogar mehrere in einer einzigen Gemeinde. Insgesamt dürften es rund 200 sein. In keiner anderen Region spielen Buden eine so wichtige Rolle wie in der Region Oberschwaben. Heute bestehen sie in allen möglichen Erscheinungsformen: als Container, Garage und Bauwagen, als Blockhütte und renovierter Altbau, in einem ausgebauten Dachstuhl und Keller, immer mit Wasseranschluss, Strom und sanitären Einrichtungen. Was als illegales Unternehmen begann hat sich zu einem politisch geduldeten, ja legalisierten Phänomen entwickelt, das sich positiv auf die regionale Jugendarbeit ausgewirkt. Denn anders als in den städtischen getragenen Jugendhäusern sind die Buden mit samt ihrem Inventar immer im Privatbesitz der ortsansässigen Jugendgruppe. Die Unterkünfte sind mit eigenen Mitteln und eigenem körperlichen Einsatz er- und eingerichtet worden. Es gibt Hausordnungen, Schlüsselgewalt, geregelte Öffnungszeiten und ein aktives Engagement der jungen Leute bei der Pflege lokaler Traditionen in der Dorfgemeinschaft. So werden die Funkenfeuer zum Ende der Fasnachtszeit von Budenmitgliedern errichtet, Maibäume gestellt, das Klausentreiben gepflegt und vieles mehr. Mit den Buden hat sich eine autonome Subkultur entwickelt, die die Sozialisierung im ländlichen Raum positiv beeinflusst und die Jugendlichen zur Verantwortung erzieht.

Mit dem Ausstellungsprojekt werden in einer Zusammenarbeit zwischen renommierten internationalen Künstlern, die zum Teil aus Oberschwaben stammen, und ausgewählten Vertretern der Budengruppen, die Eigenarten jener Jugendkultur herausgearbeitet und in Photos, Objekten, Texten und Installationen präsentiert. Das Projekt wird zudem durch ein ausführliches Katalogbuch dokumentiert und durch Stefan Buri vom Ludwig-Uhland-Institut für empirische Kulturwissenschaften der Universität Tübingen wissenschaftlich begleitet.

Die Künstler

Rolf Giegold
Christian Hagemann
Simon Gallus
Corinna Gerling
Henry M. Linder
Hermann Josef Müller
Rolf Wicker

Mit freundlicher Unterstützung
2010-2-buden
Preise

Erwachsene 6,00 €
StudentInnen, SeniorInnen, Schwäbische Zeitung AboKarte, Gruppen ab 10
Personen 4,00 € p.P.
SchülerInnen 1,50 €
Familien 10,00 €

Öffnungszeiten

Sa 14 – 17 Uhr I So u. Ft  11 – 17 Uhr
Café: Sa, So u Ft ab 14 Uhr
Geschlossen: Karfreitag, Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester
Für Gruppen und Schulklassen sind Führungen auch gerne außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung möglich.

Anfahrt

Museum Villa Rot
Schlossweg 2D – 88483 Burgrieden – Rot
T : +49 (0) 73 92 / 83 35
F : +49 (0) 73 92 / 1 71 90
info@villa-rot.de